Radio E // 10.10.21 // Solidarität // Weststadt Heidelberg

Wachsende Ungleichheit auf der einen Seite, die eigenen Privilegien auf der anderen: Das weckt in vielen den Wunsch zu helfen. Aber wo und wie packt man am besten an? Wie weit reicht Solidarität, wann bleibt sie eine Floskel? Und wie fühlt es sich an, selbst Hilfe zu empfangen?

Danke an unsere vielen Gesprächspartner:innen: Georg E. Möller, Katja, Heidi, Olivia, Ursula Hyder, Matz Müllerschön, Molli Hiesinger, Evein Obulor, Gerritt Schütt, Stefan, Klaus, Kilian, Sascha, Thilo, Sibylle u.v.m.

Und die Radiokünstler:innen: Mobtik, Mirjam Baumert, Charlotte Luise Fechner

Einiges hat einen Platz in der Live-Sendung am Sonntag gefunden, anderes gibt es weiter unten voller Länge zum Nachhören!

Live-Sendung

0.00 Mobtik – Wozu braucht man andere Menschen
2.40 Collage “Hilfe”
10.40 Gespräch mit Georg von Radical Neighbourhood und Katja, Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache
26.47 Gespräch mit Klaus
50.00 Gespräch mit Stefan
1.08.00 Collage “Solidarität”
1.20.30 Gespräch mit Ursula Hyder
1.34.50 Gespräch mit Heidi vom Aktionsbündnis “Schöner Willi”
1.43.47 Mirjam Baumert – Begegnung am Westbahnhof
1.48.00 Gespräch Olivia und Shooresh über Bubbles
2.04.31 Charlotte Fechner – Verzeihung


Solidarität und Privilegien

Wer Privilegien hat, hat auch Verantwortung. Und diese Verantwortung anzuerkennen, das ist die Grundlage für solidarisches Handeln, findet Evein Obulor. Ein Gespräch über den Begriff der Solidarität zwischen Floskeln, Opferrollen, Gruppenzugehörigkeit… und die Frage ob Identitätspolitik der Solidarität im Wege steht.

Evein ist Antidiskriminierungsbeauftragte der Stadt Heidelberg und Koordinatorin der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus. Sie hat gerade das Buch “Schwarz wird großgeschrieben” herausgegeben.


Solidarität und die Frauenbewegung

Molli Hiesinger hat das Teilen schon früh gelernt, denn am Tisch der Familie war immer ein Platz für Hungrige frei. Solidarisches Handeln? Selbstverständlich! Wir haben mit Molli Hiesinger über Solidarität gesprochen – und dazu hat sie als Mitbegründerin der Heidelberger Frauenbewegung einiges zu sagen. Auch mit ihr haben wir diskutiert, ob Identitätspolitik der Solidarität im Wege steht. Freut euch auf viele kluge Worte und schön absurde Anekdoten.


Ikonen der DDR-Solidarität

“Hoch die internationale Solidarität!” schallt es von Demo zu Demo. Passend zum sozialistischen Programm, wurde die internationale Solidarität in der DDR zu einer der Grundfesten des Staates erklärt. Wem galt die Solidarität? Den sogenannten Bruderstaaten, aber auch einzelnen Held:innen, die ikonisch all das verkörperten, wofür es sich zu kämpfen lohnte. Patrice Lumumba und Angela Davis waren solche Ikonen – und die Bewunderung für sie hat man durchaus für außenpolitische Zwecke instrumentalisiert.

Fotos: Marius Kreyssel / Shooresh Fezoni


Sterbende Kinder begleiten

Das mobile Kinderpalliativteam begleitet den Weg von Familien mit sterbenden Kindern. Es geht dabei nicht zuletzt um die Frage, wie lange ein Kind behandelt wird und wie viel Autonomie dem Kind in dieser Entscheidung zustehen sollte. Der Seelsorger Gerrit Schütt hat uns davon erzählt, wie er die Familien unterstützt und was die größten Herausforderungen seiner Arbeit sind. 


Eindrücke eines Fluthelfers

 “Also, wenn du selbst dort innerhalb von fünf Minuten zum Opfer wirst und versorgt werden musst, solltest du das nicht gemacht haben.” Wir haben mit Kilian über seine Erfahrungen als Fluthelfer in Ahrweiler gesprochen und ihn gefragt, was gute Hilfe ausmacht, wie man überhaupt ins Machen kommt und welche Rolle Social Media für Katastrophenhilfe spielen.